Die 10 besten Skigebiete im Engadin
Das Engadin ist das Hochtal des Inn in Graubünden — ein 90 Kilometer langer Korridor, der von Maloja bis Martina reicht und auf 1.700 bis über 1.800 m Höhe liegt. Kein anderes Tal in den Alpen kombiniert so elegant Weltklasse-Skifahren, urbanem Luxus und einer Hochgebirgslandschaft von archaischer Schönheit. St. Moritz ist das bekannteste Gesicht des Engadins, aber das Tal hat weit mehr zu bieten: Corvatsch mit seinen Nordwandhängen, Diavolezza mit dem Panoramablick auf den Piz Bernina und die ruhigen Dörfer des Unterengadins. Die Schneesicherheit profitiert von der kontinentalen Lage; der Inn-Talkorridor empfängt häufig Kaltluftmassen, die anderswo vorbeifliessen.
1. St. Moritz, Graubünden
St. Moritz auf 1.822 m ist das älteste und bekannteste Wintersportresort der Alpen — die Briten entdeckten es im 19. Jahrhundert, und es hat seinen Platz in der ersten Reihe seitdem nie verloren. Das Skigebiet Corviglia erschliesst mit Gondeln und Kabinenbahnen ein Pistenangebot bis auf 3.057 m am Piz Nair. Rund 350 km Pistenkilometer stehen im Engadin-Skiverbund zur Verfügung, wenn man Corvatsch, Diavolezza und Zuoz einrechnet. St. Moritz ist Gastgeber mehrerer FIS-Weltcup-Rennen; die Abfahrt auf der Corviglia ist anspruchsvoll und lang. Für den Luxusreisenden gibt es kaum einen besseren Winterort in den Alpen.
2. Corvatsch, Graubünden
Corvatsch auf 3.451 m ist der höchste Punkt des Engadin-Skiverbunds und eines der schneesichersten Gebiete der Schweiz. Die langen Nordwandhänge halten Pulverschnee, wenn anderswo die Sonne bereits die Pisten aufgeweicht hat. Der Höhenunterschied von der Bergstation bis zur Talstation Surlej beträgt gut 1.200 m. Corvatsch ist ein Freerider-Paradies mit breiten, offenen Hängen und anspruchsvollen Rinnen. Die Verbindung mit dem benachbarten Skigebiet Silvaplana und dem Silvaplanersee — der grössten Windsurffläche der Alpen — macht das Gebiet ganzjährig attraktiv.
3. Corviglia, Graubünden
Corviglia ist das klassische Skigebiet direkt über St. Moritz, erschlossen seit den 1920er-Jahren. Die Bergstation liegt auf 2.486 m; die Pisten sind gepflegt, breit und technisch abwechslungsreich. Die Abfahrt Lagalb und die Strecken um den Piz Nair (3.057 m) gehören zum Kerngebiet. Corviglia ist der gesellschaftliche Treffpunkt des Engadin-Winters — die Hütte Chasellas ist bekannt für ihr Mittags-Sehen-und-gesehen-werden. Skifahrer aus St. Moritz steigen direkt aus dem Ort in die Gondeln.
4. Diavolezza, Graubünden
Diavolezza auf 2.978 m ist eines der spektakulärsten Skigebiete der Alpen. Der Blick von der Bergstation auf Piz Bernina (4.049 m), Piz Palü und den Morteratsch-Gletscher ist schlicht unvergleichlich. Die klassische Diavolezza-Abfahrt über den Gletscher bis nach Morteratsch dauert bei moderatem Tempo über eine Stunde und deckt rund 1.700 Höhenmeter ab. Die Piste ist nicht markiert unterhalb der Bergstation — Erfahrung und gute Sicht sind Voraussetzung. Diavolezza ist mit einem Skibus aus Pontresina und St. Moritz erreichbar.
5. Lagalb, Graubünden
Lagalb liegt gegenüber von Diavolezza am Berninapass auf 2.959 m und ist das anspruchsvollste Einzelgebiet im Engadin. Zwei Gondeln und drei Lifte erschliessen steile, nordseitige Hänge, die für Pulverschnee im Tiefschneegebiet bekannt sind. Die Pisten sind ausschliesslich für fortgeschrittene und erfahrene Fahrer geeignet. Lagalb ist oft weniger überlaufen als Corviglia oder Corvatsch, was es bei Kennern besonders beliebt macht. Die Verbindung mit Diavolezza ist mit einem einzigen Pass abgedeckt.
6. Zuoz, Graubünden
Zuoz auf 1.716 m ist eines der schönsten Dörfer des Engadins — engadinische Sgraffito-Fassaden, ein mittelalterlicher Dorfkern und das Bewusstsein, dass hier Tourismus nie die Oberhand über das Dorfliche bekommen hat. Das Skigebiet am Zuozer Berg ist klein und für Familien und Einsteiger konzipiert, bietet aber die perfekte Kulisse für entspannte Skitage ohne Massentrubel. Zuoz ist mit dem Bus aus St. Moritz bequem erreichbar und deutlich preiswerter als das Hauptzentrum.
7. Engadin Skimarathon-Route / Langlaufgebiet
Das Engadin ist die Heimat des Engadin Skimarathons — mit über 13.000 Teilnehmern einer der grössten Massenstart-Langläufe der Welt. Die Loipen zwischen Maloja und S-chanf bieten Hunderte von Kilometern präparierter Langlaufspuren auf dem Inn-Talkboden. Während dieser Bereich nicht für Abfahrtsskifahrer gedacht ist, bildet er einen integralen Teil der Engadin-Wintersportkultur. Viele Gäste, die tagsüber auf den Skipisten des Corvatsch fahren, erkunden die Loipen am Morgen.
8. Pontresina, Graubünden
Pontresina auf 1.805 m ist die ruhigere Schwesterstadt von St. Moritz und Ausgangspunkt für die Diavolezza- und Lagalb-Gondeln. Das Dorf selbst hat einen authentischen Bergcharakter ohne das extravagante Glamour von St. Moritz; die Unterkünfte sind in der Regel günstiger. Der Morteratsch-Gletscher direkt am Dorfrand ist eine der imposantesten Natursehenswürdigkeiten der Alpen. Pontresina ist Basis für Skitouren auf Piz Languard (3.262 m) — ein Standardberg für Engadin-Tourengeher.
9. Sils Maria / Furtschellas, Graubünden
Sils Maria am Silsersee auf 1.809 m gehört zu den meistfotografierten Winterpanoramen des Engadins. Das kleine Skigebiet Furtschellas liegt über dem Dorf und bietet ruhige Pisten bis auf 2.756 m. Friedrich Nietzsche verbrachte hier mehrere Sommer — die Winterruhe des Ortes ist legendär. Sils Maria ist ideal für Skifahrer, die Ruhe und eine unverfälschte Engadin-Atmosphäre höher schätzen als Pistenkilometer.
10. S-chanf / Zuoz-Unterengadin, Graubünden
Das Unterengadin zwischen Zernez und Scuol bietet kleinere Skigebiete wie Scuol-Motta Naluns (2.785 m) — mit 80 Pistenkilometern das grösste Skigebiet des Unterengadins. Die Verbindung ins Val Müstair und die raetoromanische Sprachlandschaft machen das Unterengadin zu einem der kulturell reichsten Wintersportgebiete der Schweiz. Die Preise sind deutlich unter St. Moritz-Niveau; die Qualität der Pisten ist vergleichbar.
Praktische Informationen
St. Moritz und das Engadin sind per Bahn über den Glacier Express aus Zermatt oder den Bernina Express aus Tirano erreichbar. Flughafen Zürich ist in etwa drei Stunden erreichbar; der kleine Flugplatz Samedan empfängt Privatflugzeuge. Die Saison läuft von Dezember bis April; Corvatsch und Diavolezza öffnen gelegentlich bereits im November. Ein verbundweiter Engadin-Skipass ist erhältlich. Karte öffnen, um alle Skigebiete im Engadin zu erkunden.