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Die 10 besten Skigebiete in den Anden

Die Anden sind das zweite große Skigebirge der Welt – kleiner als die Alpen, aber nicht weniger eindrucksvoll. Auf über 4.000 Metern Höhe, mit Vulkanpanoramen, trockenem Pulverschnee und einer Saison, die auf der Südhalbkugel von Juni bis Oktober läuft, bieten die Gebiete in Chile und Argentinien ein Erlebnis, das sich grundlegend von allem unterscheidet, was Europa und Nordamerika zu bieten haben. Santiago liegt auf 3.000 Meter Höhe über den Wolken, und die Skigebiete der Cordillera sind in weniger als einer Stunde vom Zentrum der chilenischen Hauptstadt erreichbar. Las Leñas, Portillo und Valle Nevado gehören zu den technisch anspruchsvollsten und atmosphärisch eigenwilligsten Resorts auf dem Planeten.

1. Portillo, Chile

Portillo ist das älteste und romantischste Skigebiet Südamerikas. Das Gebiet liegt auf 2.880 Metern, nahe dem Paso Los Libertadores an der argentinischen Grenze, und ist durch eine einzige Zufahrtsstraße erreichbar. Das Hotel Portillo – ein sonnengelbes Gebäude direkt am Ufer des Laguna del Inca – ist der einzige Unterkunftskomplex, und die Kapazität ist bewusst begrenzt, was dem Gebiet eine exklusive, fast archaische Atmosphäre verleiht. Der Höhenunterschied beträgt rund 800 Meter auf Tiefschnee-geeigneten Hängen bis auf 3.310 Meter. Das Va-et-Vient-Liftsystem – Seilbahnen, die Gruppen von fünf Fahrern gleichzeitig den Hang hinaufziehen – ist ein Kuriosum der Anlage, ermöglicht aber Zugang zu Gelände, das mit konventionellen Liften nicht erschlossen werden könnte.

2. Valle Nevado, Chile

Valle Nevado liegt 46 Kilometer nordöstlich von Santiago auf einer Hochfläche mit Gipfeln bis 3.670 Metern. Es ist Chiles größtes und modernst ausgestattetes Skigebiet, mit einem Lift-Verbund, der auch El Colorado und La Parva einschließt und damit ein zusammenhängendes Terrain von rund 100 Pistenkilometern schafft. Der Schnee ist trocken und leicht – die Cordillera blockiert den Pazifik-Feuchtigkeitseinfluss, und die Ablagerungen stammen vorwiegend aus dem Polarsturm-Komplex des Südatlantiks. Valle Nevado ist modern gebaut, mit Hotels, Restaurants und einer gut entwickelten Après-Infrastruktur direkt im Resort.

3. Las Leñas, Argentinien

Las Leñas ist das technisch anspruchsvollste Skigebiet Südamerikas und liegt im argentinischen Mendoza-Distrikt auf einer Höhe zwischen 2.240 und 3.430 Metern. Mit über 55 Pisten und einem Höhenunterschied von nahezu 1.200 Metern ist es ein ernstes Gebiet. Die schwarzen Pisten – Marte, Júpiter, Plutón – sind unter Experten weltbekannt und für Powder-Fahrer mit Erfahrung im Steilgelände gebaut. In einem guten Schneejahr kann Las Leñas drei bis vier Meter Tiefschnee über mehrere Wochen ansammeln, was es zum bevorzugten Ziel der Weltspitze in der Vorbereitungszeit macht. Die Après-Atmosphäre ist argentinisch: spät, laut und enthusiastisch.

4. Cerro Catedral, Argentina (Bariloche)

Cerro Catedral liegt unmittelbar bei San Carlos de Bariloche in der argentinischen Patagonien-Region und ist das größte Skigebiet Südamerikas nach Pistenkilometern. Mit über 100 Pistenkilometern, einem Gipfel auf 2.388 Metern und rund 1.000 Metern Höhenunterschied ist Catedral ein vollständiges Gebiet für alle Niveaus. Bariloche selbst ist eine lebhafte Stadt am Ufer des Nahuel-Huapi-Sees, mit Schokoladenläden (der Einfluss der europäischen Einwanderer ist unübersehbar), ausgezeichneten Restaurants und einer entspannten Atmosphäre. Die Kombination aus Seenlandschaft und Andengipfeln ist einzigartig.

5. Nevados de Chillán, Chile

Nevados de Chillán liegt in der chilenischen Biobío-Region auf dem Aktiven Vulkan Chillán und bietet eines der ungewöhnlichsten Skigelände der Welt: natürliche Thermalquellen direkt neben den Pisten. Das Gebiet hat einen Gipfel auf 3.212 Metern und einen Höhenunterschied von rund 1.000 Metern. Die vulkanische Aktivität hat das Terrain in pittoreske Formen gebracht, und die Möglichkeit, nach dem Skifahren in einem Outdoor-Thermalbad zu entspannen, macht Chillán einzigartig. Schneequalität und -quantität sind gut; die Saison dauert typischerweise von Juni bis Oktober.

6. El Colorado / Farellones, Chile

El Colorado liegt am nächsten an Santiago und ist damit eines der am leichtesten erreichbaren Andengebiete der Welt – die Auffahrt aus der Hauptstadt dauert unter einer Stunde. Das Gebiet bietet 22 Lifte und einen Gipfel auf 3.333 Metern. Zusammen mit La Parva und Valle Nevado bildet El Colorado den Super Valle-Verbund. Die Hänge sind für mittelschwere Fahrer gut geeignet; an Wochenenden kann es durch die Stadtnähe sehr voll werden.

7. La Parva, Chile

La Parva liegt zwischen El Colorado und Valle Nevado, auf rund 3.600 Metern, und hat eine Besonderheit: Das Gebiet gehört weitgehend Privatpersonen aus Santiago, die ihre Chalets für Generationen geerbt haben. Das gibt La Parva einen exklusiven, wenig touristischen Charakter. Die oberen Hänge, über 3.600 Meter, bieten hervorragenden Pulverschnee auf sonnenexponierten Südhängen.

8. Termas de Chillán / Valle Las Trancas

Das gesamte Gebiet um Chillán – Thermalquellen, Skigelände und das angrenzende Tal Las Trancas – bietet in seiner Kombination eine außergewöhnliche Destinationserfahrung. Las Trancas hat sich zu einem lebhaften Bergdorf entwickelt, mit Cabaña-Unterkünften und Restaurants, die den Après-Charakter des Gebiets unterstreichen.

9. Antillanca, Chile (Vulkan Osorno-Region)

Antillanca liegt im chilenischen Seengebiet, am Fuß des Vulkans Osorno, auf 1.400 bis 1.800 Metern. Das Terrain ist bescheidener als in den zentralen Andenresorts, aber die Lage – umgeben von Urwäldern, Lagunen und Vulkankegeln – ist von seltener Schönheit. Antillanca eignet sich für Familien und als Ergänzung zu einer Rundreise durch Patagonien und das chilenische Seengebiet.

10. Chapelco, Argentinien (San Martín de los Andes)

Chapelco liegt 20 Kilometer von San Martín de los Andes entfernt, einer der elegantesten Bergstädte Argentiniens. Das Gebiet bietet 29 Pisten und einen Höhenunterschied von rund 730 Metern auf einem Gipfel von 1.980 Metern. Der Schnee ist trockener und kontinentaler als in den zentralchilenischen Gebieten. San Martín de los Andes ist für Skifahrer, die neben dem Berg auch Fischerei, Wandern und argentinische Kulinarik suchen, ideal – die Kombination aus Natur und Komfort ist hier besonders gelungen.

Praktische Hinweise

Die Andensaison läuft von Mitte Juni bis Ende Oktober, mit den besten Schneeverhältnissen typischerweise in Juli und August. Santiago de Chile (für die chilenischen Gebiete) und Mendoza oder Buenos Aires (für die argentinischen Gebiete) sind die wichtigsten Einflugsflughäfen. Liftpreise variieren stark: Valle Nevado und Portillo richten sich an ein internationales Publikum und liegen im Bereich europäischer Preise; Cerro Catedral und Chapelco sind deutlich günstiger. Die Höhenlage – die meisten Gebiete liegen über 2.500 Metern – erfordert ein bis zwei Akklimatisierungstage für Europäer, die direkt aus dem Flugzeug auf die Piste wollen.

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